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AHO Aktuell - 14.06.2006

Keine verbesserte Spermaqualität bei Bullen durch Akupunktur


(aid) - Langfristige medizinische Untersuchungen ergaben, dass
weltweit bei Mensch und Tier die Reproduktionsfähigkeit abnimmt. Auch
in der Bullenhaltung fallen Tiere mit verminderter
Fruchtbarkeitsleistung bzw. verminderter Ejakulatqualität auf. Bisher
konnte noch keine direkte Ursache nachgewiesen werden.

In der humanmedizinischen Literatur wird über eine Verbesserung der
Spermaqualität durch Akupunkturbehandlung berichtet. An der FU Berlin
wurden daher in der Tierklinik für Fortpflanzung auch entsprechende
Versuche mit Bullen angestellt. Sechs Bullen (zwischen 17 und 19
Monate alt) mit verminderter durchschnittlicher Dichte und/oder
vermindertem mittlerem Volumen des Spermas wurden akupunktiert. Das
Behandlungsprogramm war für alle Tiere gleich und beinhaltete drei
Nadelungen von ca. 20 Minuten in wöchentlichem Abstand. Genadelt
wurden Punkte an der Blase, dem Lenkergefäß und an der Niere. Die
Samengewinnung erfolgte jeweils zweimal wöchentlich und zwar fünfmal
vor, während und nach der Akupunktur. Die sofortige Untersuchung des
Spermas ergab keinen signifikanten Einfluss der Akupunktur auf
Volumen, Dichte oder Motilität des Spermas. Diese Pilotstudie war
zeitlich eng begrenzt und wurde nicht über einen kompletten
Spermatogenesezyklus (56 Tage) durchgeführt. "Es ist möglich, wenn
auch unwahrscheinlich, dass sich Effekte der Akupunktur erst nach dem
Ende des Untersuchungszeitraums gezeigt haben", urteilen die Autoren
der Studie. Die Diagnosemöglichkeiten, die die Traditionelle
Chinesische Medizin vorsieht, sind bei Bullen schwer durchführbar.
Weitere grundlegende Vorstudien erscheinen daher nötig, heißt es in
einem Bericht über die Studie in der "Tierärztlichen Umschau".

aid, Dr. Sigrid Baars



 



 

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