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AHO Aktuell - 05.03.2003

Geflügelhalter zu besonderer Hygiene aufgerufen


Herford (aho) - Derzeit grassiert in den Niederlanden die ansteckende,
sogenannte klassische Geflügelpest. Bisher liegen keine Hinweise vor, dass
die Krankheit nach NRW eingeschleppt wurde. In den letzten Wochen
geliefertes lebendes Geflügel und Bruteier aus den Niederlanden werden von
den für die Überwachung zuständigen Veterinärbehörden überprüft. Im Gebiet
des Landkreises Herford gibt es nach amtlichen Angaben derzeit keinen
Erkrankungsfall. Für Menschen ist die Geflügelkrankheit ungefährlich. Um die
zahlreichen Geflügelhalter im Kreisgebiet über die Krankheit aufzuklären,
wendet sich das Kreisveterinäramt Herford jetzt auch an die breite
Öffentlichkeit.

Die klassische Geflügelpest ist eine durch ein Virus verursachte
hochansteckende anzeigepflichtige Seuche bei Hühnern und anderen
Geflügelarten, z. B. Enten, Gänse, Puten, Wachteln, Tauben, Wildvögel. Die
Krankheit wird durch engen Tierkontakt übertragen, so dass sich eine
Infektion in Intensivhaltungen rasch ausbreitet. Hauptinfektionsquelle ist
das infizierte Tier, das unter anderem mit Kot, Nasenschleim, Blut, das
Virus ausscheidet. Die Seuche kann auch indirekt durch Menschen oder
Wildvögel ebenso wie durch Fahrzeuge, Tranportbehälter, Einstreu, Eier und
Eierpappen oder auch Futter übertragen werden.

Die Symptome der klassischen Geflügelpest können sein: deutlicher Rückgang
von Futter- und Wasseraufnahme, Abfall der Legeleistung, schalenlose Eier,
starke Apathie, Atembeschwerden, wässriger Durchfall und plötzliche
Todesfälle. Beim Auftreten dieser Symptome oder anderer ungewöhnlicher
Todes- oder Erkrankungsfälle ist sofort der die Tiere betreuende praktische
Tierarzt zu benachrichtigen.

Um ein Einschleppen der Seuche zu verhindern, weist die Kreisbehörde des
Landkreises Herford auf die zwingend erforderlichen, konsequente
Hygienemaßnahmen hin:

- bestandseigene Schutzkleidung, Reinigen und Desinfizieren oder Verbrennen
von Transportbehältern,

- Vermeidung jeglicher Kontakte zu infizierten Beständen und Regionen,

- Kontakte zu Schlachtbetrieben und Eiproduktwerken so weit wie möglich
einschränken oder nur in Richtung zur Industrie aufrecht erhalten, kein
Rücklauf gebrauchter Eierpappen- bzw. Schlachtkisten in die Bestände, da die
Gefahr von aus den Niederlanden über andere EU-Staaten importierten Eiern
oder Schlachtgeflügel droht,

- kein Import von Schlachtkörpern aus gefährdeten Regionen, kein Export von
Schlachttieren und Eiern in gefährdete Regionen,

- kein Zukauf von Geflügel aus Beständen mit unklarem Gesundheitsstatus.

Bis zum Abklingen der Krankheit wird es vom Kreisveterinäramt für
empfehlenswert gehalten, im Freiland gehaltenes Geflügel im Stall
unterzubringen. „Ein Ausbruch der klassischen Geflügelpest in der hiesigen
Region hätte fatale Folgen für alle Geflügelhalter, Schlachtstätten und
verarbeitende Industrien, da die anzeigepflichtige Seuche nur durch
Bestandstötungen, Sperrmaßnahmen und erhebliche Einschränkungen des
Tierverkehrs bekämpft werden kann,“ so Dr. Zwingelberg vom Landkreis
Herford.
Im Gegensatz zur Bekämpfung der Atypischen Geflügelpest (ND) ist eine
Impfung bei der jetzt in den Niederlanden ausgebrochenen klassischen
Geflügelpest verboten.
„Um kein unnötiges Risiko einzugehen, muss sich jeder Geflügelhalter
besonders verantwortungsbewusst verhalten. Ich gehe allerdings davon aus,
dass sie dies in ihrem eigenen Interesse tun werden“, sagte Dr. Zwingelberg
abschließend.

 



 

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