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AHO Aktuell - 18.12.2002

Weltgetreideproduktion bleibt hinter Verbrauch zurück


L P D - In der weltweiten Versorgungsbilanz für Getreide klafft eine immer
größere Lücke. Bereits seit 1999/00 überschreitet der weltweite
Getreidebedarf die Erzeugung, berichtet der Landvolk-Pressedienst. Damals
wurden 1,473 Millionen Tonnen (t) Getreide verbraucht, aber nur 1,470
Millionen t geerntet, die restliche Nachfrage musste aus Lagerbeständen
gedeckt werden. Im Wirtschaftsjahr 2000/01 wurden nur noch 1,451 Millionen t
produziert, insgesamt aber 1,475 Millionen t Getreide verbraucht. Nachdem im
Wirtschaftsjahr 2001/02 der Verbrauch mit 1,473 Millionen t ebenfalls die
Produktion von 1,47 Millionen t übertraf, soll der Verbrauch die
Getreideproduktion auch im laufenden Wirtschaftsjahr überschreiten. So
schätzen die Experten des Internationalen Getreiderats (ICG) den Verbrauch
für 2002/03 derzeit auf knapp 1,5 Millionen t, während die Erzeugung
voraussichtlich nur bei 1,44 Millionen t liegen wird.

Vom weltweiten Anstieg des Verbrauch ist insbesondere der Weizen betroffen.
Wurden 1999/00 noch 582 Millionen t Weizen nachgefragt, sollen es im
Wirtschaftsjahr 2002/03 schon 593 Millionen t sein. Das Weizenaufkommen wird
demgegenüber auf 562 Millionen t geschätzt, das wären 2,9 Prozent weniger
als im Jahr zuvor. Fachleute begründen den steigenden Verbrauch unter
anderem mit der zunehmenden Verfütterung von qualitativ minderwertigem
Weizen, der beispielsweise in Australien, Kanada und der EU anstelle der
klassischen Futtergetreidearten eingesetzt wird. Insgesamt sollen 106
Millionen t über den Futtertrog veredelt werden. Im internationalen
Weizenhandel verlieren dabei die traditionellen Lieferländer immer mehr an
Bedeutung. So soll der Marktanteil der fünf führenden Exportnationen USA,
EU, Argentinien, Kanada und Australien in der Vermarktungskampagne 2002/03
auf ein Rekordtief von 68 Prozent fallen. Maßgeblich sind dafür vor allem
die Lieferausfälle Kanadas und Australiens, doch auch die EU ist bei Weizen
mittlerweile zum Nettoimporteur geworden.

Der Verbrauch von Grobgetreide, dazu gehören Mais, Gerste, Hafer, Sorghum,
Hirse, Triticale und Menggetreide, soll in 2002/03 mit 902 Millionen t zwar
das Vorjahresniveau leicht unterschreiten, übertrifft damit die Produktion
von 877 Millionen t jedoch deutlich. So wird einerseits aus Australien
steigender Bedarf gemeldet, da die Farmer aufgrund der Dürre derzeit
verstärkt Getreide zufüttern müssen. Andererseits führt die aufstrebende
Veredlungsproduktion in vielen Schwellenländern, wie etwa in Südkorea, zu
einem steigenden Bedarf an Futtermitteln.

 



 

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