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AHO Aktuell - 29.12.2000

Sachsen-Anhalt: Gen - Datenbank und mehr


(aho) In Sachsen-Anhalt soll ein 6-Punkte-Programm für sicheres Rind-
und Schaffleisch sorgen:

1. Kennzeichnung von der Geburt bis auf den Teller - Sachsen-Anhalt
führt als erstes Land eine Gen-Datenbank ein

Sachsen-Anhalt wird als erstes Bundesland schrittweise eine Gen-Datenbank
für Rinder einrichten. Dazu wird ein neues Ohrmarkensystem eingeführt.
Diese Ohrmarke entnimmt beim Durchstechen der Ohren automatisch
Gewebeproben aller neugeborenen Kälber.

Minister Konrad Keller: "Wir wollen, dass Verbraucher, Behörden,
Landwirte, Händler, Schlachthöfe und die Lebensmittelindustrie
jederzeit, d.h. in jeder Lebens- oder Produktionsphase in der Lage
sind, die Herkunft von Tier oder Fleisch zweifelsfrei nachvollziehen
können." Dies ist nach dem Stand der Technik zweifelsfrei nur über eine
Genomanalyse möglich. Sachsen-Anhalt fordert den Bund auf, auch im
Agrarrat der Europäischen Union auf eine europaweite Gen-Datenbank für
alle Rinder zu drängen.

2. Ersatz von Tiermehl und genetisch verändertem Soja durch heimische
Futtermittel

Sachsen-Anhalt fordert vom Bund, im Agrarrat auf die Umgestaltung
des europäischen Prämiensystems zu drängen.

Keller: "Es muss sichergestellt werden, dass auf sogenannten
Stillegungsflächen der Anbau eiweißhaltigen Futterpflanzen erlaubt und
gefördert wird, um Alternativen zu Soja und Ersatz für tierisches Eiweiß
zu schaffen."

3. Futtermittelherstellung verstärkt überwachen

Nach wie vor finden sich Tiermehlspuren in Futtermitteln. Das
Verfütterungsverbot wird deshalb weiter intensiv überwacht.

Keller: "Wir fordern den Bund erneut auf, nicht nur die Verfütterung,
sondern auch die Herstellung von tiermehlhaltigen Futtermitteln
kurzfristig zu verbiete n."

Im übrigen unterstützt Sachsen-Anhalt die Forderung des Bundeslandwirt-
schaftsministers nach einer Positivliste, in der festgelegt wird, welche
Bestandteile Futtermittel beinhalten dürfen.

4. Erweiterung der BSE-Überwachung auf Schafe und Ziegen

Sachsen-Anhalt hat bereits mit der BSE- und Scrapieüberwachung der
Schaf- und Ziegenbestände begonnen. Dazu ist der BSE-Schnelltest
geeignet. Gefordert wird ein bundesweites Überwachungsprogramm.

5. Bei Schlachtung muss auf sichere Entfernung der Risikomaterialien
geachtet werden

Es sind zur absolut sicheren Entfernung von BSE-Risikomaterialien wie
Hirn und Rückenmark bei der Schlachtung neue Schlachttechnologien
erforderlich. Die Überwachung der Risikomaterialentfernung und
-beseitigung bis zur Verbrennung wird konsequent überwacht.

6. Keine Toleranz bei Etikettenschwindel

Die Verbraucher müssen sich darauf verlassen können, dass die
Hersteller- und Herkunftsangaben für Rindfleisch und Rindfleisch-
erzeugnisse stimmen.

Keller: "Die Lebensmittelkontrolle wird hier schwerpunktmäßig ansetzen.
Verstöße müssen mit allen rechtlich gebotenen Möglichkeiten geahndet
werden."
Mit dem Verbot der Tiermehlverfütterung und der Forderung nach einer
Positivliste sind bereits wesentliche Kriterien für eine artgerechte
Tierhaltung genannt.

Keller: "Landwirtschaftspolitik und landwirtschaftlicher Berufsstand
müssen auf die durch BSE ausgelöste gesellschaftliche Diskussion über
die Zukunft der Tierhaltung reagieren. Diskussionsbedürftig sind
Zuchtziele, artgerechte Fütterung, Haltung, Leistungsbeanspruchung
und Vermarktungsstrategien."


Magdeburg, den 29. Dezember 2000
Ministerium für Raumordnung, Landwirtschaft und Umwelt
Pressestelle
Olvenstedter Str.4
39108 Magdeburg
Tel: (0391) 567-1946
Fax: (0391) 567-1920
Mail: pressestelle@mrlu.lsa-net.de
 



 

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