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AHO Aktuell - 22.12.2000

Niedersachsen: Bartels lässt nach Hirn suchen

"Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser"


(aho) - Niedersachsens Landwirtschaftsminister Uwe Bartels hat die
Lebensmittelüberwachung angewiesen, stichprobenartig Wurst und
Wurstkonserven auf eventuell verarbeitetes SRM-Material (Gehirn,
Rückenmark) zu untersuchen. Und zwar unabhängig vom "Vertrauensgrundsatz",
von der "Eigenverantwortlichkeit des In-Verkehr-Bringens" und von den
Erklärungen der Fleischverarbeitung, dass bereits seit Jahren weder
Gehirn noch Rückenmark in die Wurst komme. Die Untersuchung von vor
und nach dem 01.10.2000 hergestellter Wurst aus Niedersachsen wie aus
anderen EU-Staaten soll den Behörden zusätzliche Entscheidungssicherheit
und den Verbrauchern mehr Transparenz geben.

Bartels hat gestern schriftlich Frau Bundesgesundheitsministerin Fischer
auf die Problematik Separatorenfleisch hingewiesen. Unverständnis äußert
Bartels in dem Brief in bezug auf das diesbezügliche Verhalten der
Kommission. Separatorenfleisch wird unverändert in allen Mitgliedsstaaten
hergestellt, eingesetzt und sei, wenn auch seit dem 01.10. ohne SRM-
Bestandteile, frei handelbar. Anstatt zu kritisieren und "kluge"
Ratschläge in Richtung Deutschland zu geben, wie es Kommissar Byrne
jetzt praktiziere, hätte die EU besser ein sofort gültiges EU-weites
Verbot beschließen sollen. Bartels erinnert in dem Zusammenhang an einen
diesbezüglichen Separatorenfleisch-Verbots-Vorstoß vor acht
Jahren, in dem Deutschland in einem Vertragsverletzungsverfahren leider
verloren habe.

Bartels wies heute nochmals auf die stark intensivierten Futtermittel-
kontrollen auf Bezirksebene hin. Kontrolliert werde nicht nur bei den
Futtermittelherstellern und -mischwerken, sondern verstärkt auch auf
den Höfen. Die gestern dabei vereinzelt entdeckten Spuren von Tiermehl
in Schweine- und Geflügelfutter seien Verstöße gegen geltendes Recht
und völlig inakzeptabel. Nachlässigkeiten könnten zur Folge haben, dass
die Anerkennung und Registrierung als Futtermittelhersteller zurück-
genommen wird, mahnte Bartels. Die Bauern forderte Bartels auf,
unbedingt genaue Buchunterlagen über alle Futterankäufe bereitzuhalten,
dies schon im Eigeninteresse, um bei Kontrollen nicht unnötigen
Irritationen ausgesetzt zu sein.

Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten, Hannover,
21.12.00
 



 

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