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AHO Aktuell - 01.12.2000

Was das neue Gesetz zum Verbot von Tiermehl bedeutet


(aho) Das Gesetz über ''das Verbot des Verfütterns des
innergemeinschaftlichen Verbringens und der Ausfuhr
bestimmter Futtermittel'', das am Donnerstag vom
Bundestag und am Freitag vom Bundesrat dieser Woche
verabschiedet wurde, verbietet fast alle eiweißhaltigen
tierischen Futtermittel an Allesfresser wie Schweine,
Geflügel und Fische zu verfüttern. Die Bundesregierung
sah für dieses Gesetz aus ''vorsorgendem
Verbraucherschutz angesichts der aktuellen
BSE-Situation in Europa'' dringenden Handlungsbedarf.
Zwischen der Vorlage des Gesetzes und dem
Inkrafttreten liegen nur vier Werktage, so dass es in die
Geschichte der deutschen Gesetzgebung als eines der
am schnellsten verabschiedeten Gesetze eingehen wird.

Bei den nach dem Gesetz verbotenen eiweißhaltigen
Futtermitteln handelt es sich insgesamt um 2,7 Millionen
Tonnen Rohmaterial, die zu insgesamt etwa 775.000
Tonnen proteinhaltigen Futtermitteln sowie zu etwa
310.000 Tonnen Tierfett verarbeitet wurden. Vom Verbot
betroffen sind folgende Futtermittel und
Produktionsmengen (1999):

Tiermehl: 446.648 Tonnen

Fleischknochenmehl: 214.569 Tonnen

Blutmehl: 21.249 Tonnen

Federmehl: 8.855 Tonnen

Fleischfuttermehl/Geflügelschlachtabfälle: 9.231 Tonnen

Flüssigfutter: 74.841 Tonnen

Tierfett: 309.973 Tonnen

Die verbotenen Futtermittel müssen jetzt über die
Verbrennung entsorgt werden, was Kosten je nach
Entsorgungsart und Gebührensatz von einer Milliarde bis
1,77 Mlliarden D-Mark laut Gesetz verursachen wird.

Vom Verfütterungsverbot ausgenommen sind
EG-rechtliche zulässige Erzeugnisse wie Milch, Gelatine,
Proteine mit niedrigem Molekulargewicht und
Dicalciumphosphat. Fischmehl darf nur Fischen weiter
gefüttert werden. Das neue Gesetz erlaubt in einer
''Aufbrauchfrist'' die Verfütterung der in den
landwirtschaftlichen Betrieben noch vorhandenen
Futtermittel zur Sicherstellung der Ernährung der Tiere,
jedoch nach wie vor nicht an Wiederkäuer. Speiseabfälle,
die auch proteinhaltige tierische Bestandteile enthalten,
dürfen jedoch an Schweine verfüttert werden.

Deutscher Bauernverband
 



 

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