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AHO Aktuell - 12.09.1999
Schweinepest: "Anti-Impf-Politik auf den Prüfstand"
Hannover (aho) Unabhängig davon, dass Niedersachsen auch
ohne das Instrument Notimpfung keinerlei Probleme mit der
Seuchenbekämpfung habe, gehöre allein aus ethisch-moralischen
Gründen die derzeitige EU-Anti-Impf-Politik auf den Prüfstand,
forderte Niedersachsens Landwirtschaftsminister Uwe Bartels.
Wobei der gemeinsame politische Wille absolute Priorität
genieße, ansonsten könnten z. B. auch von Industrie und
Forschung keinerlei neue Aktivitäten erwartet werden. "Wer
investiert schon Millionen in die Erforschung eines neuen
Produktes, wenn er keinerlei Signale für eine Marktchance am
Tage X vernehmen kann?", fragte Bartels.
Grund des Bartels-Vorstoßes ist die fachliche Beurteilung der
Kommission von zwei in der Praxis getesteten neuen
Markervakzinen zur Bekämpfung der Schweinepest. Dabei hat
sich herausgestellt, dass von einem tatsächlichen Schutz durch
die neuen markierten Impfstoffe keine Rede sein kann.
Eine sinnvolle Bekämpfungsstrategie, z. B. in Form einer
Ringimpfung, lasse sich damit nicht erzielen, so Bartels weiter.
Was im Klartext bedeute, dass entweder die Hoffnung auf
das Instrument "Notimpfung mit Marker-Impfstoff" begraben
werden könne, oder aber mit Hilfe der Mehrheit der
Mitgliedsstaaten die politische Kehrtwende eingeleitet werde.
Wofür er jedenfalls streite, weil er nach wie vor große Probleme
mit der hohen Zahl erforderlicher Tötungen im Falle eines
Pestausbruches habe. Diese Zahl deutlich zu reduzieren sei sein
Ziel, und das könne nur mit Hilfe des zusätzlichen Instrumentes
Impfung erreicht werden. "Europa muss sich unmissverständlich
bekennen, dann ziehen auch Industrie und Forschung nach und
werden den derzeitigen Impfstoff weiterentwickeln". Alles andere
entwickele sich so ganz langsam zu einem für ihn
"unerträglichen Eiertanz", fügte Bartels hinzu.
Quelle:
Pressemitteilung des „Niedersächsisches Ministerium für
Landwirtschaft, Ernährung und Forsten“ vom 31.08.1999
AHO Aktuell ist ein Service von ANIMAL-HEALTH-ONLINE und @grar.de